Westfälischer Adventskalender 2020

Ho Ho Ho!

Das Westfälische Pferdestammbuch e.V. hat sich anlässlich der besinnlichen Weihnachtszeit eine kleine Überraschung für alle Zuchtbegeisterten einfallen lassen. Daher werden wir euch einen virtuellen Adventskalender präsentieren. Hinter jedem Türchen verbirgt sich eine in unserem Zuchtprogramm vertretene Pferderasse.
Also seid gespannt und freut euch mit uns auf den Advent.

 

 

1. Dezember - Das Deutsche Reitpony - Klein, aber Oho!

 Wer kennt sie nicht? Die deutschen Reitponys!
Anlässlich der am vorigen Wochenende stattgefundenen Westfälischen Hauptkörung für Reitponys und Kleinpferde 2020 am Westfälischen Pferdestammbuch e.V. versteckt sich hinter dem ersten Türchen das Deutsche Reitpony.
Die Zuchtgeschichte unseres Deutschen Reitponys beginnt etwa um 1965, nach dem sie durch eine Kreuzung verschiedener Rassen entstand. Eingekreuzt wurden Welsh-Ponys, Anglo-Araber, Englische Vollblüter und Warmblüter. Das Ziel war es, ein Pony zu züchten, welches die Maßstäbe des Warmbluts mit sich bringt. Zum Turnier-Sport für Kinder sollte es geeignet sein und trotzdem dabei händelbar. Mittlerweile trifft man die Deutschen Reitponys auf fast jedem Turnierplatz an. Sie sind die am meisten vertretene Pony-Rasse weltweit.
Sie sind ein großer Bestandteil im internationalem Sport. In den Spaten Dressur, Springen, Vielseitikeit und im Fahren sind sie hocherfolgreich.



Auf dem Foto sehen wir den Siegerhengst der Westfälischen Hauptkörung für Reitponys 2020 v. Golden Grey NRW/Bodyguard P (Züchter: Mareike Mertensmeier, Delbrück; Foto: Reckimedia)

2. Dezember - Das Fjordpferd – Auf den Spuren der Wikinger!

Das Fjordpferd oder auch Norweger genannt ist eine, wie der Name bereits verrät, norwegische Pferderasse wobei der Name Fjordpferd auf die für das Land üblichen Fjorde zurückzuführen ist. Die außergewöhnlich aussehende Pferderasse stammt wohl von den Pferden der Wikinger ab.
Sie unterscheiden sich von anderen Pferden nicht nur durch ihr falbenfarbiges Fell sondern auch durch die Zebrastreifen an den Beinen, den Aalstrich der vom Atlas über den Mähnenkamm bis hin zur Schweifrübe reicht und einmal über den ganzen Rücken verläuft. Natürlich nicht zu vergessen ist die außergewöhnliche Mähne, die wenn man sie zur Stehmähne schneidet, ein bestimmtes Muster aufweist (siehe Foto). Bei einem Stockmaß von 130 cm bis 150 cm sind sie sehr stabil gebaut mit einem kräftigen Fundament.
Aufgrund seiner Herkunft gilt das Fjordpferd als äußerst robust und kann sämtlichen Wetterverhältnissen standhalten. Somit können die „Fjordis“, wie man sie liebevoll nennt, sehr gut in einer Robust-Haltung leben.
Angedacht war die Rasse ursprünglich als reines Arbeitspferd, heutzutage gelten sie als optimale Freizeitpartner aufgrund ihres ausgeglichenen Interieurs und man sieht sie auch immer wieder auf Turnieren wieder.
Auch auf der Westfälischen Hauptkörung für Kleinpferde 2020 am vergangenen Wochenende konnte ein Fjordpferd von sich überzeugen, v. Sogneblakken / Dylar (Z.: Myriam Lohuis) und erhielt das positive Körurteil.


Auf dem Foto seht ihr Lea v. Greiing Halsnaes/Ricardo Baron (Foto: Franziska Hein)

 

3. Dezember - Der Tinker oder auch Gypsy Cob- Eine aus Irland stammende Pferderasse!

Wo liegt wohl der Ursprung dieser außergewöhnlichen Pferderasse und dem damit verbundenen Namen?
Der Name der Rasse bezieht sich auf die Menschen die mit der Entstehung verknüpft werden. Als „Tinker“ wurde zu der damaligen Zeit die Nichtsesshaften Bevölkerung bezeichnet. Diese war stets auf Reisen, um Waren zu verkaufen oder Dienstleistungen anzubieten. Als Fortbewegungsmittel nutzten diese Kutschen, zunächst mit Eseln davor und später, um schwerere Lasten zu ziehen eben Pferde. Hauptsächlich erwarben sie dabei Schecken, diese fanden in der höheren Gesellschaft keinen Anklang. Somit war der Grundstein für die Zucht-Geschichte der Tinker-Pferde, wie wir sie heute kennen, gelegt. Es wurden immer wieder verschiedene Schecken gekreuzt, unter anderem Dales-Ponys, Shire Horses, Kaltblüter und Clydesdales. Auf diese Rassen lässt sich die Rasse der Tinker zurückführen. Den Weg nach Deutschland fanden die Tinker ab Ende des 20. Jahrhunderts und eingetragen als Rasse sind sie seit 2005 bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.
Ihr Aussehen ist, wie bereits erwähnt, durch die gescheckte Fellfarbe bestimmt. Dabei tragen sie eine lange, dichte Mähne, einen dichten Schweif und einen langen Fesselbehang. Gebaut sind die Tinker relativ kompakt auf stabilem Fundament.
Ihren Einsatz finden sie in der heutigen Zeit immer noch vor der Kutsche, sind aber auch sehr gefragte Freizeitpartner aufgrund ihres ruhigen Gemüts und zuverlässigen Charakters.
Da diese Rasse ursprünglich aus einer robusten Haltung kommt, sind sie bis heute sehr leichtfuttrig und wetterfest. Optimal ist für diese Rasse deshalb, eine Offenstall-Haltung mit Weidegang.

  (Foto: Karin Walter / Pokygraphie)

 

4. Dezember - Islandpferde – die Sagenhaften!

Über 1000 Jahren Reinzucht auf Island – keine Einkreuzungen waren und sind bei dieser Pferderasse erlaubt. Die Wikinger brachten bei der Besiedlung der Insel im Nordatlantik ihre besten Pferde als Urväter dieser Rasse nach Island. Die Notwendigkeit eines zuverlässigen, vielseitigen Reitpferdes mit Kraft, Mut und Ausdauer sowie die natürliche Selektion in dem kargen und rauen Klima formten das Islandpferd zu einer einzigartigen Rasse. Auch heute muss die Abstammung eines jeden Islandpferdes lückenlos bis ins Mutterland zurückzuverfolgen sein.
Islandpferde sind ausdrucksstarke und vielseitige Gangpferde mit einem starken aber freundlichen Charakter, die sich in vielen Ländern Europas großer Beliebtheit erfreuen. Üppiger Behang, große Farbenvielfalt und ein Stockmaß von durchschnittlich 1,35 – 1,45 Meter prägen die äußeren Merkmale dieser Rasse. Aufgrund ihres starken Fundamentes eignen sie sich als zuverlässige Reit- und Sportpferde sowohl für Kinder als auch Erwachsene. Als Spätentwickler werden Islandpferde erst 4 oder 5jährig eingeritten und erreichen oft ein hohes Alter. Sie sind robust und genügsam und werden in Europa überwiegend in Offenställen gehalten.
Die Gangverteilung der Islandpferde ist ein weiteres, wenn nicht sogar das bedeutendste Merkmal der Rasse. Die meisten verfügen neben den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp auch über den Tölt und den Pass. Dies beiden zusätzlichen Gänge sind in dieser Rasse genetisch fixiert, wobei das Gangvermögen individuell unterschiedlich ausfällt. So kann der Reiter mit einem sogenannten Viergänger den taktklaren, butterweichen Tölt genießen und mit dem Fünfgänger im Geschwindigkeitsrausch des Rennpasses die Kraft und Energie des Islandpferdes erleben.
Die Vielfalt und Vielseitigkeit dieser Rasse ist einmalig: ob als hochkarätiges Sportpferd auf Turnieren, Pferd für Distanzritte / Wanderritte, Familienpferd, Reitpferd, Therapiepferd, dem Islandpferd sind keine Grenzen gesetzt!


Auf dem Foto seht ihr Hrefna vom Isterbergerhof (Züchter: Angelika Metzner); Siegerstute der Jungpferdematerialprüfung 2020 für Islandpferde.

5. Dezember - Der Haflinger – eine noch junge Pferderasse, die aus der Westfälischen Pferdezucht nicht wegzudenken ist.

Knapp 150 Jahre ist die Rasse der Haflinger alt … oder jung?
Aus einem Zufall der Natur entstand im Jahre 1874 das gold-fuchsfarbene Hengstfohlen „Folie“, seine Mutter eine veredelte Landstute und der Vater ein orientalisches Halbblut. Durch diese Kreuzung entstanden dann im Laufe der Zeit sieben verschiedene Blutlinien, die bis heute auch erhalten sind. Ab dem Jahr 1897 wurde ein Stutbuch eingeführt, um die Haflinger Stuten zu registrieren.
Der Ursprung des Namens bezieht sich auf das Hochplateau „Hafling“ bei Meran in Südtirol, dort liegt auch der Ursprung der Rasse.
Bis heute zeichnet der Haflinger sich durch seine enorme Leistungsbereitschaft und seinen zuverlässigen Charakter aus.
Unterschieden werden die schönen gold-farbenen Ponys in Edelbluthaflinger und original Haflinger. Der entscheidende Unterschied liegt in dem ox-Blutanteil.
Seit 2008 werden Haflinger mit mehr als 1,56% ox Blutanteil in einem eigenen Zuchtbuch geführt.
Die Haflinger und Edelbluthaflinger sind bis heute sehr beliebt, aufgrund ihrer vielseitigen Einsatzfähigkeit. Sie sind auf Turnier in den Spaten Dressur, Springen, Vielseitigkeit und Western erfolgreich vertreten, liefern vor der Kutsche im Fahrsport ab, eignen sich perfekt als Freizeitpartner auch für Kinder und tragen zudem einen großen Teil als Therapiepferde bei.
Für die Haltung gilt, Haflinger sind sehr leichtfuttrig und relativ robust.
Aufgrund ihrer besonderen Optik setzen sich die Haflinger von der Masse ab. Man findet sie nur in dem blonden Gewand, gold-gelbes Deckhaar und weiß-blondes Langhaar. In der Regel sollen die Haflinger eine lange, gewellte Mähne tragen, wobei dies natürlich jedem Pferdebesitzer selbst überlassen ist. Dies dient dennoch als Zuchtmerkmal. Außerdem haben sie leichten Fesselbehang. Das Zuchtprogramm gibt als Zuchtziel ein Stockmaß von 142 bis 152 cm vor. Generell sind die Haflinger relativ kompakt, mit einem normal aufgesetzten, aber dennoch gut bemuskelten Hals, einem normal langen Rücken und einer runden Kruppe. Die Oberlinie soll stets S-Förmig sein.


Auf dem Foto seht ihr Amelie v. Allerdings/Wunderknabe (Züchter: Egbert Bispinghoff); Siegerstute der Eliteschau in Münster Handorf anlässlich der Haflingertage 2020

 

6. Dezember - Das Fellpony – ein robuster britischer Ponytyp!

Der Name dieser Rasse ist nicht auf das Fell, welches es am Körper trägt zurückzuführen, sondern auf das nordenglische Fell-Gebirge, wo der Ursprung dieser Rasse liegt.
Das Aussehen wird bestimmt durch einen relativ rumpfigen Körper, ein kräftiges Fundament, den deutlichen Fesselbehang und das üppige Langhaar. Überwiegend sind die Fellponys als Rappen wieder zu finden, mit der langen Mähne, dem üppigen Schweif und Fesselbehang ähneln sie den Friesen somit sehr. Als weitere Fell-Farben sind Füchse und Schimmel vertreten, allerdings sehr selten.
Als Freizeit-Partner ist das Fell-Pony wie gemacht! Die Rasse zeichnet sich durch sein stets freundliches und aufgewecktes Gemüt aus. Außerdem sagt man den Fell-Ponys nach, dass sie ausgeglichen und ruhig sind, aber auch hochintelligent. In ihrer Herde sind sie aktiv, lebhaft und verspielt.
Die Rasse der Fellponys hat ihren Ursprung im Norden Englands, im Fell-Gebirge, dies ist eine Hügelkette, die in der Grafschaft Cumbria liegt. Die Fellponys sind durch ihren Ursprung sehr robust und wetterfest, trittsicher und leichtfuttrig.
Eingesetzte wurden die Ponys damals zum Gütertransport, da sie aufgrund ihrer kleinen Größe, bei stabil gebautem Fundament schwere Lasten ziehen können und auch auf schmalen wegen und unebenen Böden sehr wendig und trittsicher sind. Heutzutage werden sie oftmals als Kinderreitponys und Schulponys eingesetzt, wobei sie auch vor der Kutsche ein sehr gutes Bild abgeben.


Auf dem Foto seht ihr den Althengst, Greenholme Rambler (Foto: Peatmeadows das Fell Pony Gestüt)

 

7. Dezember - Der Friese – Die Schwarze Perle der Natur

Der Friese gilt als eine der ältesten Pferderassen Europas, aber wo hat diese höchst imposante Pferderasse ihren Ursprung? Und wie zeichnet sie sich aus?
Die Entstehung der Rasse bezieht sich auf die Besetzung der Niederlande durch Spanien um das 16.-17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit kreuzte man die ansässigen Kaltblüter Hollands mit den spanischen Pferden. Seither wurde nie wieder fremdes Blut in die Rasse eingekreuzt. Ab 1879 wurde das Friesch Paardenstammboek gegründet von dem niederländischen Ministerium für Landwirtschaft und die Rasse dort als solche eingetragen.
Zunächst setzte man die Friesen als Arbeitspferde ein, sie fanden dort ihren Weg vor der Kutsche. Bis heute werden sie oft und gerne als Fahrpferde genutzt. Aber wie es mit so vielen Bereichen ist, wandelte sich der Einsatz der Friesen bis heute enorm. Heutzutage werden die Friesen in recht vielen Bereichen eingesetzt. Neben der Kutsche decken sie einen großen Teil des Show- und Dressursports ab. Durch ihr märchenhaftes Erscheinungsbild mit dem lackschwarzen Fell, dem langen Fesselbehang, der langen gelockten Mähne und dem vollen Schweif machen sie auch in Film und Fernsehen immer wieder von sich aufmerksam.
Bei einem Stockmaß ab 160 cm wird das Exterieur durch einen recht hoch angesetzten Hals, eine breite und tiefe Brust und eine gespaltene abfallende Kruppe bestimmt.

Auf dem Foto seht ihr den Paradehengst Odin vom Urfftal, er gehört zu dem Friesengestüt Oberurff. (Foto: Franziska Honndorf Fotografie)

 

8. Dezember - Der Freiberger – Zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk!

Eine weitere Rasse die im Zuchtprogramm des Westfälischen Pferdestaammbuches e.V. , ist der Freiberger. In Fachkreisen wird er als FM (Franches-Montagnes) bezeichnet und von seinen Liebhabern als „Fribi“.
Sie sind der perfekte Freizeit-Partner, denn sie besitzen einen sehr harmonischen und soliden Charakter und eignen sich aufgrund ihrer verschieden Typ-Formen für jedermann.
Wie kann ich einen Freiberger also erkennen?
Wie bereits erwähnt existieren sie in verschiedenen Typ-Ausprägungen.
Sie sind generell quadratisch und kompakt gebaut, bei einem Stockmaß von 150 cm  bis 160 cm. Zumeist tragen sie ein Braunes Gewand, ab und zu gibt es sie auch als Füchse oder mit weißen Stichelhaaren.
Ihre Bewegungen sind trotz ihres Kalibers sehr leichtfüßig. Sie sind taktsicher und verfügen über Raumgriff und Schwung, bei absoluter Trittsicherheit.
Die Trittsicherheit, die der Freiberger mit sich bringt, hängt mit seinem Ursprung zusammen.
Wo kommt die Rasse also her und wo liegt der Zucht Ursprung?
Die Wurzeln des Freibergers liegen in der Schweiz, genauer gesagt auf dem Hochplateau der Freiberge – Frances Montagnes. Dort züchteten die Bauern im Gebirge zunächst Arbeitspferde, die später mit französischen und englischen Warmblütern gekreuzt wurden. Sie sollten von nun an als Kavallerie-Pferde eingesetzt werden. Im Laufe der Jahre wurden immer wieder verschiedene Blutlinien eingekreuzt, die Araber und Warmblüter sollten den Freiberger leichter und sportlicher machen. Dies ist heute nicht mehr erlaubt und man spricht von der Rasse als Freiberger, Basisfreiberger und Urfreiberger. Das Geschehen der Freiberger Pferdezucht regeln und organisieren der Schweizerische Freibergerverband (SFVZ), die Interessengemeinschaft des Original Freiberger Pferdes (IG-OFM) und der Verband des Reinrassigen Freiberger Pferdes.

(Foto: Schweizerischer Freibergerverband - Fédération suisse du franches-montagnes)

 

9. Dezember - Das Deutsche Partbred Shetland Pony/ Shetland Pony

Klein, stark und zäh: So kann man das Shetlandpony am besten beschreiben.
Das kleine langlebige Pferd von den Shetlandinseln in Nordschottland ist eine der ältesten Pferderassen der Welt.
Ihr dickes Fell und ihre gut isolierende Unterwolle können sie vor Feuchtigkeit, Wind und Kälte schützen. Ihre Besonderheit ist auch ihre enorme Stärke im Verhältnis zu ihrer Körpergröße von maximal 1,07 m Stockmaß, weshalb sie früher vor allem als Grubenponys im Bergbau eingesetzt wurden. Heutzutage sind sie hauptsächlich als Kinderponys, vor der Kutsche und im Zirkus/ Film und Fernsehen anzutreffen.
Bis etwa 1950 war die Rasse der Shetlandponys frei von Fremdblut. Da sich die größeren Ponys jedoch besser verkaufen ließen, blieben auf der Insel zum großen Teil nur die kleinen zurück. Um dem entgegen zu wirken, dass es nur noch die kleinen ihrer Sorte geben würde, züchtete man andere Ponyrassen ein.
Durch diese verschiedenen Zuchtversuche entstanden unter anderem auch Tigerschecken. Da diese im englischen Stutbuch nicht erlaubt sind, hat sich daraus das Deutsches Part-Bred Shetland Pony entwickelt. Ein Partbred ist im Grunde jedes Shetlandpony, das in Bezug auf Farbe, Struktur oder Stammbaum nicht den britischen Shetlandponystandards entspricht, wie z. B. Tiger Schecken oder die amerikanische Blutführung. Im Rahmen von Schauen wird es in "Mini", "Original" und "Sport" unterteilt. Anpaarungen mit anderern Rassen sind durchaus erlaubt, solange sie dem Erreichen des Zuchtziels dienen.


Auf dem Foto seht ihr Focus von Esbeck v. Felix/Ferro van Veldzicht (Shetlandpony). Siegerhengst der diesjährigen Westfälischen Hauptkörung für Kleinpferderassen (Züchter: Willi Niggenaber).

 

10. Dezember - Die Paso Peruanos – Zuchtziel: Das bequemste Pferd der Welt!

Im Zuchtprogramm des Westfälischen Pferdestammbuch e.V. hat auch eine aus Südamerika stammende Pferderasse ihren verdienten Platz gefunden – Der Paso Peruano!
Die Paso Peruanos gehören zu der Gattung der Gang-Pferderassen. Generell möchte man meinen, dass es sich um 5-Gänger handelt da sie von Natur aus Paso/Schritt, Paso Lliano/Tölt mit Lateralverschiebung, Sobrendando/Rennpass, Galope/Galopp und Trote/Trab beherrschen. Der Zucht entsprechend wird der Paso Peruano hauptsächlich für den Paso Lliano ausgebildet, der Paso wird auch geritten und der Galopp als solcher ist unrelevant. Trab ist eine Gangart, die versucht wird durch strenge Selektion weg zu züchten. Wenn die Pferde sich in dieser Gangart anbieten, gilt dies als Mangel und sie werden für die Paso Peruano Zucht selektiert. Was nicht heißen mag, dass sie z.B. auf dem europäischen Markt keinen Anklang finden.
Das Zuchtziel generell liegt darin ein überaus sitzbequemes Pferd zu züchten.
Das Interieur zeichnet sich besonders durch die hohe Sensibilität, die Reaktionsfreude in Verbindung mit Kooperations-Bereitschaft und Leistungsbereitschaft aus. Sie sind extrem nervenstarke und eifrige Pferde.
Bei einem Stockmaß von 142 cm bis 152 cm sind sie im Quadrat stehend und haben einen sehr hochangesetzten Hals und eine abfallende Kruppe mit einem tiefangesetzten Schweif. Man findet sie in der Regel in allen Farben wieder, wobei Schecken unerwünscht sind.
Wegen ihrer Herkunft sind die Paso Peruanos sehr leichtfuttrig und brauchen wenig an energiereichem Futter bei normaler Arbeit. Sie brauchen zu dem viel Bewegung und viel Auslauf, daher würde sich eine Offenstall-Haltung anbieten.
Die Rasse ist besonders gut für das Distanzreiten und als Freizeitpferd geeignet, selbstverständlich kann man die Pasos auch in der Dressur weit ausbilden. Da sie enorm sitzbequem sind, menschenbezogen und von Grund auf ehrlich sind eignen sie sich auch bestens als Therapiepferd, was man bei dieser etwas feurigen Rasse nicht unbedingt vermuten würde.


(Foto: Carolina Hoffmann/ Paso Peruano-Zucht und Gesundheitsstall - Akademie Centauri)

 

11. Dezember - Das Camargue Pferd – Vom „Halbwilden“ zum Freizeitpartner!

Die Rasse der Camargue-Pferde ist erst seit 1960 anerkannt, die Zuchtgeschichte reicht jedoch bis in die Zeit um Julius Cäsar zurück, der diese als solche erstmals erwähnte.
Generell spricht man von den Camargue-Pferden, so wie wir sie heute kennen, von einer halbwilden Pferderasse die ihren Ursprung in Rhondelta – Südfrankreich hat.
Ihren Einsatz fanden die mythischen Schimmel vor allem als Hüte-Pferde der Kampfstier-Herden. Durch die karge Region der Camargue sind die Pferde enorm robust und widerstandsfähig. Es wurde dort keinerlei Einfluss auf Fütterung und Gesundheit genommen, so lange sie keinen Einsatz als Nutztier/Reitpferd fanden.
Heutzutage finden die Camargue großen Anklang als Reitpferde für Wander- und Distanzreiten, sowie für den Turniersport, Fahrsport und Voltigiersport, aufgrund ihres lernbegierigen Charakters.

(Foto: Karin Walter / Pokygraphie)

 

12. Dezember - Der Lipizzaner – eine außerordentlich traditionelle und kulturgeprägte Pferderasse!

Die Lipizzaner gehören den Barocken Pferden an. Sie sind ebenfalls ein Teil des Zuchtprogramms des Westfälischen Pferdestammbuch e. V. Der Name der mythischen Schimmel – Lipizzaner – leitet sich von einem Ort im heutigen Slowenien ab, Lipica. Der Ursprung der Rasse liegt dort.
Den Lipizzaner kennen wir vorwiegend aus der weltberühmten Spanischen Hofreitschule in Wien. Dort werden die Lipizzaner nach den Regeln der klassischen Reitkunst und in der hohen Schule aus-gebildet. Gezüchtet wird im Lipizzaner Gestüt Piber ausschließlich mit den sechs Hengstlinien und den 17 Stutenfamilien. Das Gestüt in Piber ist das einzige in der ganzen Welt, welches über Stuten aus allen klassischen Stutenfamilien verfügt.
Das Zuchtziel ist es, die Rasse nach Reinheit zu erhalten, gemäß der traditionellen Zuchtregeln des barocken Pferdes.
Ein Lipizzaner zeichnet sich in der Regel durch sein ausdrucksvolles Gesamtbild und den bereits genannten barocken Typ aus. Ihr Stockmaß umfasst eine Größe von 153 cm – 158 cm. Man kennt die Lipizzaner eigentlich nur als glänzende Schimmel, doch das Haarkleid wird erst im Laufe der Jah-re weiß. Sie werden in den unterschiedlichsten Farben geboren, einige kommen als Rappen, einige als Füchse und andere als Braune zur Welt.
Ihr Charakter ist sehr genügsam, gehorsam, willig, gelehrig, gutmütig und ausdauernd. Außerdem sind sie sehr robuste Pferde, die auch bei unkomfortablen Gegebenheiten bestens zurechtkom-men.
Ihren Einsatz finden sie bis Heute vor allem als Show und Dressurpferde. Sie sind gern gesehen in Film und Fernsehen und eignen sich auch optimal als Freizeitpartner und vor der Kutsche.


(Foto: Spanische Hofreitschule)

 

13. Dezember - Der Pfalz-Adenner, das Schwarzwälder Kaltblut und der Noriker

Der Pfalz-Ardenner
Eine Rarität aus Rheinland Pfalz Saar! - Die mittelrahmigen etwas leichteren Kaltblüter mit gehobener Gangqualität aus dem Zuchtgebiet Rheinland-Pfalz-Saar erfreuen sich aufgrund ihrer vielseitigen Verwendbarkeit immer größer werdender Beliebtheit. Einige Züchter im Ursprungszuchtgebiet Rheinland-Pfalz-Saar widmeten sich gerade in den vergangenen Jahren in besonderer Weise dem Erhalt und der Weiterentwicklung dieser attraktiven Kaltblutrasse.
Der Pfalz-Ardenner ist eine vergleichsweise junge Rasse die um 1900 entstand. Die züchterische Basis der Rasse Pfalz-Ardenner war und ist auch heute noch durch Zuchttiere der französischer Kaltblutrassen, wie insbesondere Lothringer, Comtois und Ardenner, sowie durch Belgier, Rheinisch Deutsches Kaltblut und Bayerisches Kaltblut gekennzeichnet. Die Reinzucht war von Beginn an kein Dogma. Das Zuchtbuch des Pfalz-Ardenner ist seit jeher offen gewesen. In den nunmehr zurückliegenden rund 100 Jahren Pfalz-Ardenner Zucht im Zuchtgebiet Rheinland-Pfalz-Saar orientierte sich die züchterische Arbeit klar am Zuchtziel und nutzte die Vorzüge der genannten Rassen, um zu einem Kaltblüter zu kommen, der gefragt und somit verkaufbar ist.
Das Zuchtprogramm orientiert sich – damals wie heute – klar an dem Anspruch ein attraktives, vielseitig verwendbares Kaltblutpferd mittleren Rahmens und gehobener Gangqualität zu züchten. Zu den zugelassenen Veredlerrassen zählen Ardenner, Bretone, Comtois, Süddt. Kaltblut, Rheinisch Deutsches Kaltblut, Schwedischer Ardenner und Sächsisch-Thüringisches Kaltblut. Bei der Hereinnahme dieser Veredlerrassen ist dem Erhalt der rassespezifischen Merkmale des Pfalz-Ardenners in besonderem Maße Rechnung zu tragen. Vor dem Hintergrund der Konsolidierung der Rasse des Pfalz-Ardenners sieht das aktuelle Zuchtprogramm vor, dass ab dem Geburtsjahrgang 2008 ein Pfalz-Ardenner mindestens ein Elternteil der Rasse Pfalz-Ardenner vorweisen muss.

Das Schwarzwälder Kaltblut
Im Schwarzwald gibt es die älteste Pferderasse Baden-Würtembergs, die durch Kraft und Schönheit besticht. Das Schwarzwälder Kaltblut wird auch Schwarzwälder Fuchs genannt und kommt meistens in den Farben „Fuchs“ und „Dunkelfuchs“ mit wallender heller Mähne und hellem Behang daher. Erste Belege für die Zucht der Schwarzwälder sind die „Dingrodel“ (Zehntabgaben*) aus der Zeit um 1450. Für jedes Fohlen mussten 4 Pfennige an das Kloster gezahlt werden.
Die Bauern stellten hohe Ansprüche an die Leistungsfähigkeit der Pferde. Die Farbe wurde meistens untergeordnet. Wobei Dunkelfüchse schon damals besonders beliebt waren.
Zum Überleben des Schwarzwälder Fuchses haben unter anderem Zuchthaltungsprämien für Stuten und Fohlenaufzuchtprämien beigetragen.
Heute hat sich der Bestand der Schwarzwälder mit etwa 700 Tieren stabilisiert. In der bodenschonenden Waldwirtschaft werden immer mehr Schwarzwälder als Rückepferde eingesetzt. Bauern setzen diese Kaltblutrasse wieder vermehrt bei der Feldarbeit ein.
* Als Zehntabgabe bezeichnet man eine etwa zehnprozentige Steuer in Form von Geld oder Naturalien an eine geistliche oder eine weltliche Institution.

Der Noriker
Der Noriker ist eine alte österreichische Rasse aus dem alpinen Raum, die aufgrund ihrer Kraft und Ausdauer vorwiegend als Reit- und Kutschpferd eingesetzt wird. Der Name leitet sich von dem Gebiet Noricum ab, das schon vor Christi Geburt Teil des römischen Imperiums war und später zur Provinz wurde. Diese erstreckte sich partiell auch nach Deutschland und Osterreich. Bis heute sind Noriker deshalb vor allem in Süddeutschland und Österreich relativ weit verbreitet, andernorts sind sie eher selten anzufinden.
Pferde dieser Rasse besitzen ein gutes, ausgeglichenes Temperament und gelten als besonders zuverlässig und belastbar. Zudem sind die Kaltblüter durch ihren charakteristischen Körperbau sehr wendig und trittsicher. Sie haben einen stabilen Rücken, einen eher kurzen aber kräftigen Hals, einen schweren und gutproportionierten Kopf sowie kräftige Beine. Die große Vielfalt der vorkommenden Fellfarben machen die Noriker besonders. Am stärksten vertretenen sind Rappen, Braune und Füchse in unterschiedlichsten Schattierungen. Aber auch Tiger- und Plattenschecken kommen vor und sind ein echter Blickfang.
Der Noriker ist eine uralte Rasse, die in der römischen Provinz Noricum (etwa heutiges Kärnten) entstand und ihr seinen Namen verdankt. Während der Renaissance begann die Kirche sich für die Rasse zu engagieren, vor allem die Erzbischöfe von Salzburg widmeten sich der systematischen Zucht. Vom 17. bis 19.Jahrhundert wurden Andalusier, Neapolitaner, Belgier, Kladruber, Clydesdale, Normänner, Clevelands, Oldenburger, Holsteiner und andere Rassen mehr eingekreuzt. Seit 1884 aber wird weitestgehend Reinzucht betrieben. Da der Noriker lange im Gebirge gezüchtet wurde, hat er sich den Bedürfnissen auf steilem Gelände wie kaum ein anderes Pferd angepasst.

Stellvertretend für die drei Rassen seht ihr auf dem Foto die Noriker. (Foto: Karin Walter/ Pokygraphie)

14. Dezember - Welsh Ponys und Cobs – Vielseitig einsetzbar durch die unterschiedlichen Sektionen

Ihren Ursprung haben die beliebten Ponys im Osten Englands, um genau zu sein in den Waliser Bergen – übersetzt: Welsh Mountain. Aufgrund ihrer Heimat ist hier eine bodenständige und robuste Rasse gereift.
Die Zuchtgeschichte der walisischen Ponyrasse reicht bis in die Blütezeit der keltischen Kultur. Die Kelten reisten zu dieser Zeit durch ganz Europa. Da diese Reisen allein zu Fuß nicht möglich waren, brauchten sie ein Transportmittel – der Grundstein der Welsh Ponys und Cobs war somit gelegt.
Die einzelnen Sektionen A, B, C und D kamen im Laufe der Zeit nach dem Gründen der Welsh Pony and Cob Society (WPCS) 1901 zustande. Es wurde im Folgejahr ein Stutbuch mit insgesamt 200 eingetragenen Ponys veröffentlicht. Ab 1931 wurden dann die Sektionen, wie wir sie heute kennen, neu eingeordnet und bestimmte Merkmale neu festgelegt.
Die Sektion A ist wie folgt geordnet, das Stockmaß beträgt max. 122 cm. Ihren Einsatz finden sie vor allem im Fahrsport und als Kinderreitponys. Ihre Herkunft liegt im Walisischen Bergland.
Die Sektion B hat anders als die Sektion A ihre Herkunft in Großbritannien. Die Sektion B Entstand durch das gezielte Kreuzen von Welsh-Mountain Ponys der Sektion A mit größeren Ponys, um ein größeres Kinderreitpony zu züchten. Ihr Stockmaß geht bis max. 137 cm. Sie werden seither im Fahrsport und als Kinderreit- und Turnierpony eingesetzt.
Das Welsh-Pony der Sektion C steht im Cob-Typ. Diese Sektion entstand durch die Kreuzung von den Welsh-Ponys der Sektion A und Welsh-Cobs. Von der Größe erreichen sie, wie die der Sektion B, ein Stockmaß von 137 cm, sind dabei aber deutlich muskulöser. Durch ihre Größe und Stabilität ausgezeichnet mit einem lernwilligen und ruhigen Gemüt eignen sie sich sowohl für Kinder als auch für Erwachsenen optimal zum Reiten.
Mit dem Welsh-Cob der Sektion D schließt sich der Kreis. Diese Sektion ist größer als 137 cm, meistens verfügen sie über ein Stockmaß von 150 cm. Sie werden seit über 800 Jahren in Wales gezüchtet. Ihren großen Einsatz finden sie vor der Kutsche und im Sport, aber auch als Freizeitpartner für Erwachsene.
Alles in allem sind die Welsh-Ponys und Cobs sehr robust und unempfindlich. Sie sind in ihren Größen und Variationen zwar recht unterschiedlich, verfügen aber dennoch alle über ein muskulöses und stabiles Exterieur. Ein sehr pikantes Merkmal ist ihr edler Kopf mit einem edlen Auge. Ihre Bewegungen sollen stets raumgreifend, elastisch, frei aus der Schulter sein und sie verfügen über eine gute Aktion.
Es sind alle Farben erlaubt, bis auf Tobiano und Overo-Scheckung.

Auf dem Foto seht ihr (v.l.r.) Millstone Miss Marple v. Millstone Calibur (Elite- und Staatsprämien Stute, mehrfacher Welsh Cob Sieger Regionalschau Welsh) mit ihren beiden Töchtern Millstone Miss April v. H-S Major Tom (Siegerstute Stutbucheintragung, Jugendsieger Regionalschau Welsh, Fohlengesamtsieger) und Millstone Miss May v. Millstone Caerleon (Elitesiegerin Verband der Pony- und Pferdezüchter Hessen, Prämienstute, Jugendsieger Regionalschau Welsh) (Züchter: Familie Hoffarth/ Lohra, IG Welsh e.V., Foto: www.stuewer-tierfoto.de)

 

15. Dezember - Konik – mehr als nur ein „Pferdchen“

Abstammend vom Tarpan, einem im 19. Jahrhundert ausgestorbenem Wildpferd, haben die Koniks ihren Ursprung in Osteuropa. Das Konik, so wie wir es heute kennen, entstand durch das kreuzen der Tarpan mit Arbeitspferden der ansässigen, polnischen Bauern. Durch den Ur-Typen kristallisierte sich eine sehr robuste Pferderasse heraus.
Der Begriff Konik kommt aus dem polnischen Sprachgebrauch und übersetzt bedeutet er so viel wie Pferdchen. Gezüchtet wird die Rasse zu einem Großteil in Polen, im Białowieża-Nationalpark, wo sie in extensiver Landwirtschaft gehalten werden. Die Koniks eignen sich ideal als Freizeitpferd zum  Reiten und Fahren. Sie werden auch gerne als Kinderreitponys zum Beispiel in Reitschulen eingesetzt. Zur Erhaltung von Naturschutzgebieten und zu Landschaftspflege kann man sie aufgrund ihrer Robustheit auch auf Wildbahnen halten.  Ihr Interieur wird aufgrund ihres halbwilden Ursprungs durch Intelligenz, Selbstständigkeit und Anpassungsfähigkeit bestimmt.

(Foto: Felicitas Stähli)

16. Dezember- Die Wildpferde aus dem Münsterland – Das Dülmener Pony

Das sogenannte Dülmener Wildpferd ist eine in Deutschland lebende Pferderasse, dieses ist eine der ältesten die man hier zu Lande finden kann. Wie der Name bereits verrät leben sie in Dülmen (Westfalen), im Meerfelder Bruch. Das Meerfelder Bruch ist ein etwa 350 ha großes Naturschutzgebiet. Man spricht zwar von dem Dülmener als Wildpferd, jedoch ist es aus biologischer keins, der Begriff Wildpferd bezieht sich in diesem Falle auf die halbwilde Lebensweise. Die Dülmener leben so gut wie ohne jeglichen menschlichen Einfluss in dem Naturschutzgebiet, ganz auf sich gestellt. Es wird höchstens in sehr kalten Wintern Heu, Stroh oder Futtersilage zugefüttert, dies dient lediglich der Erhaltung der Rasse.

Auf dem Foto seht ihr 3 Dülmener in unterschiedlichen Farbschlägen (v.l.r.), Don vom Radebach, Leo und Max. (Besitzerin: Susanne Gerards, Foto: Maike Groß, Interessengemeinschaft des Dülmener Wildpferdes in Deutschland e.V.)

17. Dezember - Das Connemara-Pony

Das Connemara-Pony ist heutzutage die in Europa am weitesten verbreitete Rasse, die auch für Erwachsene Reiter geeignet ist. Aufgrund seiner Leistungsfähigkeit erfreut sich das Connemara Pony einer immer größeren Beliebtheit.
Seine Herkunft ist die Connemara, eine Hügel- und Steinlandschaft an der Atlantikküste West-Irlands. Seit Jahrhunderten bodenständig und in seiner Frühgeschichte besonders mittels Einkreuzung von Pferden der iberischen Halbinsel geprägt, wird es seit 1923 von Seiten der irischen Connemara-Pony Breeders' Society betreut.
Auf das europäische Festland gelangte das Connemara-Pony ungefähr ab 1960 und fand hier auf Grund seines einmaligen Charakters schnell viele Fans.
Durch die jahrhundertelange natürliche Zuchtauswahl in Irland auf kargen, vom Geröll übersäten und von Steinmauern durchzogenen Hängen entstand ein hartes, wendiges, trittsicheres und vor allen Dingen springfreudiges Pony. Es zählt zu den wenigen Ponyrassen, die im Turniersport ihre großen Konkurrenten auch international in nichts nachstehen.
Bei einer durchschnittlichen Widerristhöhe von 144 cm zählt das Connemara-Pony zu den größten unter den Ponyrassen. Der kräftige Körperbau, ein vorzüglicher Charakter und ein ruhiges, vertrauenserweckendes Wesen bieten gleichermaßen die Voraussetzungen dafür, dass das Connemara-Pony für Kinder und Erwachsene als Turnier- und Freizeitpony geeignet ist.

(Foto: Martina Ferfers)

18. Dezember - Lewitzer: Die bunten allrounder!

Die Lewitzer Schecken sind eine aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Ponyrasse. Die Rasse beruht auf einer Einkreuzung von ausgewählten Ponyrassen, dem englischem und dem arabischen Vollblut.
Der Lewitzer ist ein im Ponytyp stehendes geschecktes Pferd, das robust, anspruchslos, cha-rakterstark,  gelehrig,  langlebig  und  leistungsbereit  ist.  Es hat ein umgängliches freundliches Temperament, ein schnelles Regenerationsvermögen und ist vielseitig einsetzbar als Reit- und Fahrpony.

 

Auf dem Foto seht ihr den Lewitzer Hengst Saphir v. Shamani/Kortehoeves Arthur (Foto: Anita Stang, sie ist auch Züchterin und Besitzerin)

19. Dezember - Classic Pony - Ein moderner Klassiker

Das „Deutsche Classic-Pony” ist ein modernes und zugleich klassisches Kleinpony. Es ist ein sportliches und elegantes Reit-, Show- und Fahrpony. Sein Exterieur zeichnet sich durch einen kleinen, edlen Kopf und lange, schlanke Beine aus.
Ende des 19. Jahrhunderts importierten die USA von den britischen Inseln Original- Shetlandponys von den britischen Inseln. Diese wurden im Laufe der Zeit, wie auch bei anderen Pferderassen üblich, entsprechend den gewünschten Gebrauchsqualitäten weiter gezüchtet. Es entwickelte sich ein Pony, das gegenüber dem britischen Urtyp eleganter und deutlich gangveranlagter war. In den USA wird es seit 1888 als „American Classic-Shetland” zuchtbuchmäßig erfasst, erst 1891 erschien das erste britische Stutbuch.
Durch die Umzüchtung des ursprünglich kalibrigen Shetland-Arbeitsponys in Bergbau und Landwirtschaft entstand ein Kleinpony, das den heutigen Anforderungen an ein elegantes Fahr,- Reit- und Freizeitpony in besonderer Weise entspricht.
Für diesen Zweck wird eine Größe im oberen Stockmaßbereich angestrebt (bei Eintragung bis ca. 112cm).

 

(Foto: Tierfotografie und Fototeam Jandke; Reinhard Cramer, Ponyhof Kleefeld)

20. Dezember - New Forest Pony

Das New Forest Pony ist eine von neun bekannten Ponyrassen, die ihren Ursprung auf den britischen Inseln haben. Im Laufe der Jahrhunderte wurden verschiedene Kreuzungsversuche mit kleineren und größeren Ponyrassen, aber auch mit Arabern und Vollblütern unternommen. Die Ahnenreihen sind daher vielfach nur kurz, da über die freilebenden Ponys kein offizielles Stutbuch geführt wurde.
Die New Forest Ponys werden in zwei Richtungen gezüchtet: Typ A durchschnittlich 143 cm und Typ B durchschnittlich 122 cm. Derzeit wird Typ A bevorzugt, da Käufer meist größere Ponys bevorzugen. Ihre gute Fahrqualität, ein ausgeglichenes Temperament, und ausgezeichneter Gehorsam sind auch die Grundlage für globale Exporte, insbesondere in europäische Länder und nach Übersee. Die Gestüte in der Umgebung von New Forest und südlich von London haben die Entwicklung dieser Absatzmärkte maßgeblich beeinflusst.

Auf dem Foto seht ihr den New-Forrest Ponyhengst Domingo v. Dimmans Edward/Bovenheigraaf's; Teilnehmer des 30-Tage Tests 2020 in Münster-Handorf.

21. Dezember - Rheinisch deutsches Kaltblut

Ihren Ursprung hat die Rasse des Rheinisch-Deutschen-Kaltbluts etwa im Jahre 1850. Sie entstanden aus einer Kreuzung von belgischen Zugpferden und Ardennern. Angedacht waren sie als Arbeitspferde für die mittelständigen Landwirte.
Bis heute ist das Rheinisch-Deutsche Kaltblut ein exzellentes Zug- und Fahrpferd für alle Zwecke: Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Fahrsport und Freizeit, ideal für Werbegespanne und Traditionsveranstaltungen.
Es zeichnet sich besonders durch ein ruhiges Temperament, ausgeglichenes Verhalten, hohe Arbeitswilligkeit und Zugkraft sowie gute Futterverwertung aus.
Sie werden mindestens 158 cm groß und gewünscht ist ein klarer Kaltbluttyp mit genügend Adel, dabei sind sie mittel-groß und mittelschwer bis groß und schwer. Sie verfügen über harmonische Proportionen mit einem ausgeprägten Geschlechtsausdruck. Man findet sie als Füchse, Braune, Rappen, Rapp-, Braun- und Fuchsschimmel.

Auf dem Foto seht ihr den Siegerhengst der Westfälischen Hautptkörung 2020 - Rheinisch Deutsches Kaltblut v. Franco/Fritz (Züchter: Theo Nijssen)

22. Dezember - Der Pinto/Palomino

Pinto
Gefleckte Schönheiten - Pintos stammen von spanischen Pferden ab, die während der Besiedlung Amerikas im 16. Jahrhundert nach Übersee gingen. Auch der Ursprung des Wortes weist auf diese Herkunft hin, da das englische Wort Pinto von den spanischen Wörtern "Pintado" für bunt getupft und "Pinta" für Fleck abgeleitet ist. Daraus leitet sich der Name Pintos für auffällig gescheckte Pferde ab, die seit Beginn der Pferdezucht in Amerika in den einheimischen Rassen zu finden sind - insbesondere im Fall des Paint Horse, das ausschließlich gescheckt ist. Wegen ihrer auffälligen Fellfarbe wurden Pintos auch von den amerikanischen Indianern sehr geschätzt.
Die Pinto-Pferdezucht hat sich zum Ziel gemacht Pferde hervorzubringen, die aufgrund ihres Interieurs, Exterieurs und ihrer Gesundheit ideale Leistungs- und Freizeitpferde darstellen. Auch Härte und Gesundheit spielen in der Pinto-Pferdezucht eine wichtige Rolle.
Neben diesen Merkmalen der Qualität und Leistung liegt der Fokus der Zucht vor allem auch auf dem Erhalt und der Festigung der plattengescheckten Fellfarbe, die den Pinto zu etwas ganz Besonderem machen.
In Deutschland erfolgt die Zucht in eigenständigen Teilpopulationen durch mehrere Züchtervereinigungen, die der Deutschen Reiterlichen Vereinigung angeschlossen sind und das Ursprungszuchtbuch gemeinsam führen. Darüber hinaus sind Pintos weltweit verbreitet und können für alle Reit- und Fahrzwecke eingesetzt werden. Da die Farbzucht als Plattenschecke im Vordergrund steht und Abstammungen von vielen verschiedenen Rassen möglich sind, gibt es Pintos ebenso als Pferde wie als Ponys.
Durch die klare Ausrichtung der Zucht auf Reitpferdepoints gepaart mit der auffälligen Färbung als Schecke findet der Pinto sein Einsatzgebiet vorwiegend im gehobenen Freizeitsport. Durch gezielte Zucht und die Einkreuzung etablierter Reitpferderassen empfiehlt sich diese Rasse auch für den Einsatz im Turniersport.
Palomino
Die goldenen Pferde - Bei den Palominos handelt es sich genetisch betrachtet eigentlich nicht um eine Rasse, sondern um einen Farbtyp. So sind die goldfarbenen Pferde und Ponys, die auch als Isabellen bezeichnet werden, in den meisten Ländern nicht als Rasse anerkannt. Zum Beispiel können alle isabellfarbenen Pferde in Großbritannien nur in das Zuchtbuch der „Palomino Society“ eingetragen werden, wobei der Palomino in den USA eine eigenständige Rasse ist. In Deutschland ist der Palomino als Rasse anerkannt. Das Zuchtbuch wird gemeinsam von mehreren Züchtervereinigungen geführt, die der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) angehören.
Bereits seit Jahrhunderten wird dieser mittlerweile global verbreitete Farbtyp gezüchtet, der sich durch sein goldglänzendes Fell und das weiße Langhaar auszeichnet. Dieses außergewöhnliche Erscheinungsbild begeistert seit jeher Reiter, Züchter und Pferdefreunde auf der ganzen Welt.
Da Palominos aus unterschiedlichen Pferde- und Ponyrassen hervorgegangen sind, eignen sich Palominos je nach individueller Befähigung für unterschiedliche Disziplinen des Fahr- und Reitsports. Sowohl in den klassischen Reitdisziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit lassen sich Palominos finden, aber auch im Western-, Fahr- und Freizeitbereich können Palominos zum Einsatz kommen.

 

23. Dezember - American Miniature Horse

Überraschenderweise stammt das American Miniature Horse ursprünglich aus Europa und nicht aus den USA. Ursprünglich als Unterhaltungspartner für Kinder europäischer Königsfamilien wurden sie im 17. Jahrhundert zu diesem Zweck gezüchtet. Das American Miniature Horse erlebte in dieser Zeit viele Kriege, die die rasse fast gänzlich aussterben ließen. Glücklicherweise konnten einige Pferde ins Ausland, unter anderem in die USA gebracht werden. Kleine und fleißige Miniaturpferde wurden ab diesem Zeitpunkt hauptsächlich für den Bergbau verwendet, da sie aufgrund ihrer geringen Größe leicht in enge Tunnel gelangen konnten. Aber schon bald bemerkten die menschen die Einzigartigkeit und das Potenzial dieser klenien Pferde und begannen mit der gezielten Zucht.
1970 wurde das erste Zuchtbuch für die American Miniature Horses gegründet. Nach wie vor gelten strenge Regeln für die Eintragung in dieses Zuchtbuch, beispielsweise ist  Nur 7 Jahre später wurde die AMHA (American Miniature Horse Association) gegründet und ist heute eine der größten Zuchtverbände der Welt. Wenn Sie hier in das Zuchtbuch eintragen möchten, gelten für AMHA strenge Regeln. Z.B. Sie darf die maximale Größe von 86,4 cm (34 Zoll) nicht überschreiten, die an der letzten verdorrten Mähne gemessen wird. Um Zuchtdokumente zu erhalten, muss nachgewiesen werden, dass beide Elternteile bei AMHA registriert sind.

Auf dem Foto seht ihr Covergirls Harlequin Romance by Ace v. First Knights Ace in the Hole/ Little Kings Buck Zeus (Züchter: Charlene Eisenmenger, USA)

24. Dezember - Westfälisches Reitpferd

Unser Westfale!
Das Westfälische Warmblut ist das Markenzeichen des Westfälischen Pferdestammbuch e.V. und der damit verbundenen Zucht. Erfolge kann der Westfale weltweit nachweisen, sei es im Springen, in der Dressur im Vielseitigkeitssport oder in anderen Sparten. Auch in diesem Jahr, wo es schwierig war überhaupt irgendwo auf den Turnierplätzen der Welt zu glänzen, belegt das Stutbuch der Westfalen mit insgesamt 12.344 Punkten den dritten Platz in der Dressur im WBFSH-Ranking.
Das Zuchtziel der Westfälischen Warmblüter ist es,  ein  edles,  großliniges  und  korrektes,  gesundes  und  fruchtbares  Pferd  mit schwungvollen, raumgreifenden, elastischen Bewegungen, das aufgrund seines Temperamentes, seines Charakters und seiner Rittigkeit für Reitzwecke jeder Art geeignet ist, zu schaffen.
Sie weisen ein Stockmaß von mindestens 158 cm vor und erlaubt sind alle Farben.
Der Ursprung unserer Westfalen-Zucht liegt im Landgestüt Warendorf. Dieses wurde um 1826 gegründet, wobei der Zuchterfolg anfangs ausblieb, aufgrund der Anfordernisse der bäuerlichen Umgebung, die nicht zusammenspielten. Dann jedoch, um Ende des 19. Jahrhunderts gewannen diese Erfordernisse plötzlich Einfluss auf das Zuchtziel, womit der Erfolg schnell einsetzte.  
1904 wurde das Westfälische Pferdestammbuch e.V. dann gegründet, welches sich seither für den Zuchtfortschritt einsetzt. Die Entwicklung vom Kutschpferd zum Reitpferd kam mit dem Ende des zweiten Weltkrieges durch die zunehmende Motorisierung. Somit fanden die Pferde keine Verwendung mehr als Zugmittel und man fand eine andere Möglichkeit um sie einzusetzen.
Der Moderne Westfale entwickelte sich nach und nach mit dem einkreuzen von Anglo-Arabern und Vollblütern.

Auf dem Foto seht ihr die beiden Siegerhengste - Springen - der Westfälischen Hauptkörung 2020, (v.l.r.) den Sohn des Cornet Obolensky/Baldini II (Züchter: Qatar Armed Forces) und den Sohn des Arezzo VDL/Cantos (Züchter: Lufting J.O.H)