Grüne Woche Berlin

Dülmener – bedrohte Nutztierrasse 2014

Sie sind ausdauernd, hart und robust, zugleich ausgeglichen und lernfreudig. Die Dülmener, in Westfalen bestens bekannt als die letzten europäischen Wildpferde. Die optimal an die Umwelt angepasste Wildpferdeherde im Merfelder Bruch bei Dülmen hat sich in langjähriger Anpassung zu sehr guten Futterverwertern mit entsprechender Langlebigkeit entwickelt. Jedes Jahr im Mai werden beim Dülmener Wildpferdefang die Hengstfohlen aus der Herde genommen und teilweise an Private verkauft. Dennoch sind diese Pferde in der Gesamtheit ihrer Population eine bedrohte Nutztierrasse. 2014 hat sie die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen e.V. (GEH) ausdrücklich in diese Kategorie eingestuft.

Das war Grund genug, sie bei der Grünen Woche in Berlin einem größeren Publikum vorzustellen. Bei einem Rassesymposium präsentierte das Westfälische Pferdestammbuch die 125 bis 135 Zentimeter großen Pferde. Das kam beim Publikum gut an, nicht zuletzt dank der pointierten Schilderungen von Rudolf Herzog von Croy, dessen Familie im Merfelder Bruch bei Dülmen ein 360 Hektar großes Reservat für eine bereits im Jahr 1316 urkundlich erwähnte Herde wilder Pferde geschaffen hat.

Die Westfalen hatten nicht nur Schaubilder mit nach Berlin gebracht, sondern zeigten die Dülmener auch unter dem Sattel. „Schließlich führt das Westfälische Pferdestammbuch das Ursprungszuchtbuch dieser Rasse, von der außerhalb der Wildbahn im Merfelder Bruch nur noch 46 Stuten verzeichnet sind“, so Zuchtleiter und Geschäftsführer Wilken Treu.

Die Dülmener kommen in allen Falbvariationen vor und sind an ihrer typischen Wildzeichnung zu erkennen. Weiße Abzeichen sind allerdings nicht erwünscht. Die Einsatzmöglichkeiten der Rasse reichen vom vielseitigen Familienpferd bis zum gut geeigneten Freizeit-, Reit- und Fahrpferd.