Zuchtausschuss hat beraten und entschieden

Die Überprüfung der Systeme von Zuchtveranstaltungen auf westfälischer Ebene ist angesichts des ständigen Wandels eine wichtige Aufgabe für das Westfälische Pferdestammbuch. Der westfälische Zuchtausschuss aus Mitgliedern der Stuten- und Hengstkommissionen hat darüber ebenso wie über eine Reihe anderer Punkte beraten und entschieden.

Entscheidung über Exterieur-Beurteilung Ende 2014

Eröffnet wurde die Zuchtausschusssitzung mit einem Vortrag über die Anwendung der linearen Beschreibung bei Fohlenschauen, Stutbuchaufnahmen und Stutenleistungsprüfungen des Oldenburger Verbandes. Referent war dessen Zuchtleiter Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff.

Der Vortrag diente dem Einstieg des Westfälischen Pferdestammbuchs in dieses Thema. Die lineare Beschreibung kommt aus der Rinderzucht und dient der konkreten Exterieur-Bestimmung. Die Beobachtungen der Kommission zum äußeren Erscheinungsbild und zum Bewegungsablauf können mit spezieller IT-Unterstützung direkt und sehr einfach während der Beurteilung festgehalten werden und als Ergebnis protokolliert werden.

Das Protokoll kann dem Züchter zur Verfügung gestellt werden und auch dem Zuchtverband zum Populationsvergleich dienen. Zur Vertiefung des Themas wurde ein Arbeitskreis aus Mitgliedern des Zuchtausschusses gebildet, um die Umsetzung für Westfalen zu prüfen. Ende 2014 soll entschieden werden.

Nummernbrand kommt wieder

Der Nummernbrand als Teil des Heißbrandes war seit einigen Jahren unterlassen worden. Der Zuchtausschuss hat nun der Wiedereinführung zugestimmt, da nur ein Brandzeichen mit Nummernbrand als Identifizierungsmerkmal dienen kann. Entsprechend werden ab 2014 diejenigen Fohlen mit ganzheitlichem Heißbrand versehen, deren Züchter dies neben der „Chipregistrierung“ wünschen.

Fohlenprämierung für Kleinpferderassen

Auf vielfachen Wunsch gerade aus dem Kleinpferdebereich wird 2014 die Fohlenprämierung auf Stutenschauen wieder eingeführt – und zwar als „Goldprämierung“ besonders herausgestellter Fohlen. Die Prämierung wird im Pferdepass dokumentiert.

Diese Neuerung gilt als Pilotprojekt zunächst für sämtliche Kleinpferde- und Kaltblutrassen. Nach Saisonabschluss wird über das System und über eine Ausweitung auf die Reitpferde zu beraten sein.

Neue Regeln für Verbandsprämie

Beschlossen hat der Zuchtausschuss neue Regeln für die Verbandsprämie:

  • Die Altersbegrenzung für Stuten zur Vergabe des Titels „Verbandsprämienstute“ wird aufgehoben.

  • Eine Erweiterung des Verbandsprämientitels für Stuten mit entsprechenden Sport- bzw. Zuchterfolgen (vergl. Vergaberichtlinien Verbandsprämie) wird eingeführt. Die Bezeichnung lautet: „Verbandsprämie Sport“ bzw. „Verbandsprämie Zucht“.

  • Die Vergabe eines Prämierungstitels für Stuten im Ausland wird eingeführt mit der Bezeichnung „Premium Mare“.


Zuchtrichterausbildung

Künftig bietet das Westfälische Pferdestammbuch auch die FN-Zuchtrichterausbildung an, und zwar mit Beginn der Eingangsveranstaltung am Freitag, 25. April. Zur Zuchtrichterausbildung gehört folgendes Programm:

  • Eingangsprüfung (eintägig)

  • Zehn Testate auf Schauterminen im Bundesgebiet

  • Abschlussprüfung (zweitägig)

Die Zuchtrichterausbildung richtet sich an alle Interessierten, selbstverständlich auch wenn kein Amt als Bewertungskommissar angestrebt wird.

Staatsprämientitel für Haflinger/Edelbluthaflinger

An Stuten der Rassen Haflinger/Edelbluthaflinger wird der Staatsprämientitel künftig unter der Voraussetzung vergeben, dass bis Ende fünfjährig eine Stutenleistungsprüfung mit einer Mindestendnote von 7,0 abgelegt wird.

Einem entsprechenden Antrag der Stutenbewertungskommission schloss sich der Zuchtausschuss an. Sofern die Stuten am Termin der Eliteschau noch keine Stutenleistungsprüfung (SLP) abgelegt haben, erhalten sie vorübergehend die Staatsprämienanwartschaft.  

Reihenfolge der Rassepräsentation

Bei Zuchtveranstaltungen der Kleinpferde wird zukünftig die Rassenreihenfolge variiert. Die Rassevertreter regten diese Neuregelung an, um eine gleichmäßige Resonanz der Rassen zu ermöglichen.