Ermittlungsverfahren: Brief an die Mitglieder

Vorsitzender Ralf Johanshon hat sich mit Schreiben vom 22. Mai 2017 an die Mitglieder des Westfälischen Pferdestammbuchs zum Ermittlungsverfahren geäußert. Der Brief hat folgenden Wortlaut:

Sehr geehrte Züchterkolleginnen,
sehr geehrte Züchterkollegen,

Vorstand und Geschäftsführer des Westfälischen Pferdestammbuchs haben Sie am Donnerstag (18. Mai 2017) auf der Homepage des Verbandes umgehend und zuerst über eine vom Amtsgericht Münster angeordnete Durchsuchung der Geschäftsräume des Westfälischen Pferdestammbuchs in Münster-Handorf informiert.

Hintergrund der Durchsuchung ist die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens gegen drei Personen. Betroffen sind Geschäftsvorfälle, an denen u. a. auch das Westfälische Pferdestammbuch beteiligt ist und die im Zuge des Ermittlungsverfahrens gegen leitende Mitarbeiter/-innen des Landgestüts NRW aufgefallen sind, ohne dass dazu ein direkter Zusammenhang besteht. Ermittlungsverfahren dieser Art richten sich nicht gegen die juristische Person des Westfälischen Pferdestammbuchs e. V., sondern an den für die juristische Person handelnden Geschäftsführer, also Herrn Treu. Begründet wird das Ermittlungsverfahren mit einem Anfangsverdacht der Untreue und der Steuerhinterziehung.

Sowohl der Vorstand als auch der Geschäftsführer haben den ermittelnden Behörden (Landeskriminalamt und Steuerfahndung) ihre Zusammenarbeit zur vollständigen Aufklärung angeboten. Im Hinblick auf das laufende Ermittlungsverfahren der zuständigen Behörden ist es derzeit nicht möglich, zu den Vorwürfen im Detail Stellung zu nehmen. Allerdings kann ich Ihnen mitteilen, dass es aufgrund unserer eigenen bisherigen Erkenntnisse keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevante Vorwürfe gibt.

Der Vorstand hat mit Herrn Treu und der Geschäftsstelle in den vergangenen Jahren im Verband ein System transparenter Geschäftsabläufe aufgebaut. Auch die uns derzeit in Umrissen bekannten Details des Ermittlungsverfahrens, zu denen bisher niemand beim Westfälischen Pferdestammbuch behördlicherseits einvernommen worden ist, waren Geschäftsgegenstand unter Beteiligung von Vorstand und Kassenprüfung und wurden zum Teil auch fachkundig von Rechtsanwälten und Steuerberatern begleitet und gelöst.

Sollte es bei der Erledigung der Geschäftsvorfälle dennoch zu Fehlern gekommen sein, so werden wir selbstverständlich alles tun, um deren Wiederholung in Zukunft abzustellen. In jedem Fall ist für uns eindeutig klar, dass es bei dem im Ermittlungsverfahren in Rede stehenden Vorfällen beim Westfälischen Pferdestammbuch zu keinerlei Vorteilsnahmen persönlicher Art gekommen ist.

Deshalb sind wir, meine Kolleginnen und Kollegen im Vorstand, uns völlig einig darin, dass wir in keiner Weise etwaige Vorverurteilungen oder pauschale Anschuldigungen hinnehmen werden. Wir fühlen uns in allen gemeinsam abgewickelten Geschäftsvorfällen solidarisch zu Herrn Treu und werden gemeinsam, so wie es heute im Westfälischen Pferdestammbuch üblich ist, jetzt und in Zukunft zusammenstehen.

Die Ergebnisse des behördlichen Ermittlungsverfahrens werden wie üblich längere Zeit in Anspruch nehmen. Parallel dazu werden wir mit den uns gebotenen Mitteln intensiv zur Aufklärung beitragen. Ich bitte Sie, in dieser für das Westfälische Pferdestammbuch und alle Beteiligten nicht einfachen Zeit weiterhin um Ihr Vertrauen. Führung und Mitarbeiter des Westfälischen Pferdestammbuchs werden ihre Arbeit für Sie in gewohnt zuverlässiger Weise erfüllen, die in den vergangenen Jahren eine neue innerverbandliche Vertrauenskultur begründet hat. Bitte, helfen Sie uns, auch künftig unseren Verband auf dem in den vergangenen Jahren eingeschlagenen Weg der Transparenz und des Vertrauens weiterzuentwickeln. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam fortsetzen.

Ich freue mich, Sie auf den anstehenden Stutenschauen wiederzusehen, und verbleibe mit besten Grüßen

Ihr

Ralf Johanshon
Vorsitzender des Westfälischen Pferdestammbuchs