Münster: Ein guter Erfolg war die Westfälische Frühjahrs-Auktion am heutigen Nachmittag. Zur Preisspitze avancierte die Kopfnummer 3 mit einem Zuschlagspreis von 209.000 Euro. Die 51 verkauften Reitpferde erzielten einen Durchschnittspreis von 34.490 Euro. In die 14 verkauften Fohlen investierte die Kundschaft durchschnittlich 9.464 Euro.
Mit einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis endete die Westfälische Frühjahrs-Auktion am heutigen Abend. Rund sechseinhalb Stunden verauktionierte Thomas Münch 64 Reitpferde und 16 Fohlen aus einem qualitätvollen Lot. Mit einer Gesamtverkaufsqote von 81 Prozent erzielte das Westfälische Pferdestammbuch einen Gesamtumsatz von 1,9 Millionen Euro. Erstmalig bei einer Westfälischen Reitpferde-Auktion war auch das PreBidding möglich, das von der internationalen Kundschaft im Vorfeld der Auktion schon hervorragend angenommen wurde. Während der 10-tägigen Ausprobierzeit erfreute sich das Lot der Reitpferde großer Beliebtheit. Aus dem In- und Ausland reisten die Interessenten an, um die Pferde Probe zu reiten.
Besonderer Beliebtheit unter den Reitpferden erfreute sich die Kopfnummer 3. Bentheim NRW ist der Bundeschampion der dreijährigen Reitpferdehengste des Jahres 2024. Der Sohn des Belvedere DB/Rock Forever (Z.: Jürgen de Baey, Lemgo, Ausst.: Hengststation Gut Neuenhof KG, Nideggen) entspringt dem Stamm der Dodona, einer der berühmtesten Westfälischen Mutterstämme. Aus diesem Stamm entspringen unter anderem die unvergessenen Olympiasieger Ahlerich und Rembrandt. Bentheim NRW, der mittlerweile Wallach ist, kann bereits zahlreiche Siege in Reitpferdeprüfungen vorweisen. Jetzt fünfjährig ist er bereit und mit allen Qualitäten ausgestattet, um erfolgreich in die nächsten Klassen im Turniersport einzusteigen. Schon während des PreBiddings kristallisierte sich die große Beliebtheit des Braunen heraus. Mit einem Startgebot von 95.000 Euro ging er in die heutige Auktion. Zum Zuschlagspreis von 209.000 Euro wird er zukünftig in einem internationalen Grand Prix Stall weiter gefördert.
In fördernde Hände nach Belgien wechselte die Kopfnummer 6. Der Sohn des Franz Joseph Junior/Davignon I (Z. u. Ausst.: Jürgen Helm, Bissendorf) war bereits siegreich in Dressurpferdeprüfungen der Klasse M. Auch während der Auktionszeit wurde er von seiner Ausbilderin Annika Korte vorgestellt und zeigte sich durchweg mit hoher Bewegungsqualität und außergewöhnlicher Leistungsbereitschaft. Zum Zuschlagspreis von 101.000 Euro wurde Fearless online zugeschlagen.
Auch die Springpferde standen hoch in der Gunst der internationalen Kundschaft vor Ort in Münster-Handorf und online zu Hause an den Bildschirmen.
Eines der Schmuckstücke unter den springbetonten Auktionskandidaten war die Kopfnummer 51. Die Schimmelstute ist eine Tochter des legendären Cornet Obolensky, der die Springpferdezucht in Westfalen wie kaum ein anderer in den vergangenen Jahrzehnten geprägt hat. Cornetta de Fra (Z.: Hendrik Niehe, Sieversdorf, Ausst.: Michael Franke, Altmärkische Höhe) zeigte sich in allen Präsentationen stets aufmerksam, vorsichtig und ausgestattet mit dem nötigen Vermögen für größere Aufgaben. Gezogen aus der Exquisa Royal Z v. Emerald van het Ruytershof verspricht auch ihr Pedigree großartiges. Bereits im Prebidding war das Interesse an der Sechsjährigen hoch. Sie startete mit einem Preis von 22.000 Euro als erstes Springpferd in die OnLive-Auktion. Nach einem spannenden Bieterduell wurde sie online für 71.000 Euro nach Dubai zugeschlagen.
Ein Pedigree wie man es sich schöner kaum malen kann, hält die Kopfnummer 53 bereit. Der dreijährige gekörte Hengst wurde erst kürzlich schonend angeritten. Auf seinem Auktionsvideo überzeugt Cornet de Bella Donna (Z. u. Ausst.: Qatar Armed Forces Equipe GmbH, Königswinter) mit hervorragendem Freispringen von bester Qualität. Sein Name lässt es bereits vermuten: Er ist ein direkter Sohn der Vererberlegende Cornet Obolensky. Seine Mutter ist keine geringere als Bella Donna. Diese Baldini II/Calido-Tochter war unter dem Sattel von Meredith Michaels-Beerbaum hocherfolgreich in den schwersten Springen der Welt. Damit ist Cornet de Bella Donna auch kein geringerer als der Vollbruder des Westfälischen Siegerhengstes 2020 Coeur de Bella Donna, sowie ein Halbbruder des Westfälischen Siegerhengstes von 2023 Kartals´s Emerald. Der Dunkelbraune startete mit einem Gebot von 27.000 Euro in die Auktion am heutigen Nachmittag. Zum Zuschlagspreis von 54.500 Euro wird er zukünftig in Deutschland weiter gefördert werden.
Von den 64 angebotenen Reitpferden wechselten an diesem Nachmittag 80 Prozent den Besitzer. Mit einem Durchschnittspreis von 34.490 Euro generierte das Westfälische Pferdestammbuch einen Gesamtumsatz von 1.759.000 Euro. 22 der verkauften Pferde werden ihre Karrieren außerhalb von Deutschland fortsetzen.
Ein Ausrufezeichen für die kommende Saison setzten die ersten Fohlen des Jahrgangs 2026. Im Wechsel mit den Reitpferden kamen diese über den Nachmittag verteilt zur Versteigerung. 13 Reitpferde- und drei Reitponyfohlen waren vom Vermarktungsteam des Westfälischen Pferdestammbuchs für diese Auktion ausgewählt worden. 14 dieser wurden erfolgreich an neue Besitzer zugeschlagen. Dabei erzielten sie einen Durchschnittspreis von 9.464 Euro. Beliebteste Nachwuchshoffnung war hier die Kopfnummer 107 Simbabwe (Z.: Carsten Rohleder, Dortmund; Ausst.: Karl Rohleder, Dortmund). Die bildschöne Tochter des beliebten Warendorfer Landbeschälers Sir Heinrich wurde aus der einstigen Siegerin des Westfalen Wappens Elea R v. Escolar gezogen. Ihre neuen Besitzer aus Kanada investieren 15.000 Euro in die bewegungsstarke Stute. Die gleichen Stammkunden durften sich an diesem Nachmittag noch über den Zuschlag dreier weiterer Fohlen und eines Reitpferdes freuen. Über drei Zuschläge im Fohlenlot freute sich außerdem Hengsthalter Matthieu Beckmann aus Wettringen, der sich sie Nachzucht seiner Hengste sicherte.
Hoch im Kurs standen am heutigen Nachmittag auch die angebotenen Ponyfohlen. 14.000 Euro war dem Gestüt Gut Neuenhof der Sohn ihres Gold Garant NRW wert. Graffiti B wurde von Dietmar Boom aus der Paybeck Girl v. Pilatus gezogen und ausgestellt. Der hübsche Hengst überzeugte vor allem in der Präsentation am heutigen Mittag mit überdurchschnittlicher Bewegungsqualität
Um 20.30 Uhr schlug Thomas Münch zum letzten Mal an diesem Tag den Hammer aufs Pult. „Mit dieser Auktion können wir sehr zufrieden sein! Wir freuen uns auf den weiteren Verlauf des Jahres und blicken positiv in die Zukunft!“
