Leistungsprüfung: die Informationsgrundlage für die Zucht

Sportprüfung für Hengste vom 07.02.-09.02.2017 und 14.02.-16.02.2017 in Münster-Handorf

Das westfälische Reitpferd wird weit über die Grenzen der Region geschätzt. Um die Qualität und Leistungsbereitschaft des Westfälischen Reitpferds sicherzustellen, ist eine strenge Selektion der Hengste nach vorgegebenen Richtlinien nötig – dazu dient die Hengstleistungsprüfung (HLP). Sie stellt sowohl für Züchtern als auch für Verbandsgremien wichtige Informationen zu Leistungsniveau und -bereitschaft der Hengste dar und gibt Hinweise auf deren Vererbungspotential. Die erfolgreiche Absolvierung der Leistungsprüfung ist Grundlage für die dauerhafte Eintragung in das Hengstbuch I eines Zuchtverbandes, so dass die Nachkommen die vollwertige Registrierung erhalten können.


1. Prüfung 07.-09. Februar 2017

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2. Prüfung 14.-16. Februar 2017

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Die überarbeiteten HLP's für Reitpferde

Jedes Jahr erwarten die Züchter mit Spannung die Ergebnisse der Körungen und die neue „Väter-Generation“. Das Westfälische Pferdestammbuch startet ab dem 13. Oktober mit der zentralen Hengstvorauswahl in die Körsaison 2015. Im Rahmen des Deckeinsatzes der Junghengste ab der Saison 2016 gibt es jedoch einige Neuerungen, die sowohl Hengsthalter als auch Züchter betreffen.
Die Qualität der zukünftigen Vatertiere soll vor einem Deckeinsatz auch unter dem Sattel realistisch eingeschätzt werden können. Das gelingt am besten im Rahmen von Hengstleistungsprüfungen, in denen sich die Hengste im direkten Vergleich zeigen.
Anders als bisher werden die Junghengste nach erfolgreicher Körung nicht vorläufig für die Decksaison als dreijähriger Hengst in das Hengstbuch I eingetragen. Sondern eine verpflichtende Prüfung wird dem ersten Deckeinsatz vorgeschaltet.
Diese Veränderung hat auch Auswirkungen auf das gesamte Management der jungen Hengste und bringt Änderungen des bestehenden Prüfungssystems mit sich. Ziel bei der Reform ist eine deutliche Steigerung der Aussagekraft und eine verstärkte Orientierung an der sportlichen Nutzung der Pferde.
Wie in der Vergangenheit auch werden verschiedene Wege für das Ablegen einer Hengstleistungsprüfung angeboten, zwischen denen der Hengsthalter sich entscheiden kann.
Drei Hauptwege stehen dabei im Mittelpunkt:

Sportorientierte Kurztests für Hengste
Hauptweg und Kernstück soll der neugestaltete und sportlich orientierte Weg über eine Kurzprüfung auf Station und neu eingeführte Sportprüfungen sein.

Die Kurzprüfung auf Station wird einen Zeitraum von 14 Tagen umfassen und stellt eine Überprüfung der Veranlagung dar, bevor die Hengste in den ersten Deckeinsatz gelangen. Zugelassen sind in dieser Prüfungsform drei und vierjährige Hengste, die in den Merkmalen Interieur, Grundgangarten, Freispringen und Rittigkeit beurteilt werden. Erfolgreich bestanden gilt eine Prüfung bei einer gewichteten Endnote von 7,5 oder einer disziplinspezifischen Endnote von 8,0 und berechtigt zur vorläufigen Eintragung in das Hengstbuch I.

Um eine endgültige Eintragung zu erreichen, schließen sich der Stationsprüfung zwei Teilnahmen an sogenannten Sportprüfungen an.  Hier stellen die Hengste eines Jahrgangs sich dem direkten Vergleich in ihrer jeweiligen Spezialdisziplin. Angeboten werden die Prüfungen in den Disziplinen „Dressur“, „Springen“ und „Vielseitige Veranlagung“. Dressur- und springbetonte Hengste müssen je einmal als vierjähriger (Teil I) und einmal als fünfjähriger Hengst (Teil II) an der Sportprüfung teilnehmen. Für vielseitig veranlagte Hengste gibt es ein etwas anderes, spezielles System.
In der Sportprüfung für vierjährige gekörte Hengste werden altersgemäße Anforderungen gemäß Aufbauprüfungen der Klasse A, bei der Sportprüfung für fünfjährige gekörte Hengste werden die Hengste in den jeweiligen Disziplinen nach den Anforderungen für Aufbauprüfungen der Klasse L geprüft.

Jeweils am Anfang eines Jahres werden diese zweitägigen Prüfungen an zentralen Standorten angeboten. Die Bewertung wird vorgenommen durch eine Kommission aus Richtern, Fremdreitern und Fachleuten aus dem Sport, wobei die Vorstellung der Hengste sowohl durch den eigenen als auch durch einen Fremdreiter erfolgen wird.

Klassische Stationsprüfung
Die „klassische“ Stationsprüfung bleibt nach wie vor als eigenständige Möglichkeit der HLP bestehen, allerdings verkürzt sich die ursprünglich 70-tägige Hengstleistungsprüfung auf 50 Tage. Zugelassen in dieser Prüfungsform sind drei- bis siebenjährige Hengste, die zukünftig in dressur- und springbetonten Prüfungsdurchgängen getrennt und nach disziplinspezifischen Merkmalen beurteilt werden. Die Anforderungen entsprechen dem jeweiligen Alter der Hengste, so werden z.B. vierjährige auf A- und fünfjährige Hengste auf L-Niveau geprüft.
Das bedeutet zwar nicht, dass z.B. ein dressurbetonter Hengst vollständig ohne Springen eine Prüfung absolvieren kann, da auch das Verhalten am Sprung vielfältige Informationen liefern kann. Der Schwerpunkt liegt aber deutlich auf der jeweiligen Kerndisziplin des Hengstes.
Aufgrund der deutlichen Ausrichtung auf eine Disziplin empfiehlt das Westfälische Pferdestammbuch diese Prüfungsform – besonders bei den springbetonten Hengsten – erst ab einem Alter von vier Jahren. Sollten dennoch dreijährige Hengste die Prüfung erfolgreich einlegen, müssen diese für eine endgültige Eintragung im Alter von vier Jahren noch eine Turnierteilnahme mit der Mindestnote 7,5 nachweisen.

HLP über den Turniersport
Leistungsprüfung aufgrund von Turniererfolgen in der schweren Klasse. Dieser Weg für Hengste die sich bereits im Sport bewiesen haben, bleibt unverändert bestehen.

Zuchtleiter Wilken Treu, der auch Mitglied der Arbeitsgruppe ist, die dieses Konzept unter dem Dach der FN erarbeitet hat, glaubt an den positiven Effekt der Reform: „Wir als Westfälisches Pferdestammbuch legen unseren Hengsthaltern besonders die Kombination uns Kurzprüfung und Sportprüfungen nahe. Dieses Konzept kommt besonders den sportlich geförderten Hengsten entgegen und prüft den modernen Einsatz von Vererbern ab: sportliche Leistung. Außerdem bieten sich endlich mit den komprimierten Sportprüfungen den Züchtern die Möglichkeit, sich die Hengste im direkten Vergleich anzuschauen und deren sportliche Leistung unter dem Sattel in ihre Anpaarungsentscheidungen mit einfließen zu lassen.
Wir sind froh, dass Münster-Handorf als Austragungsort der Sportprüfungen fest gesetzt ist und sehen dem Startschuss Anfang 2016 gespannt entgegen.“

Kombinationen und Übergangslösungen
Neben den oben beschriebenen Wegen gibt es auch die Möglichkeit der Kombination von z.B. 14- und 50-Tage Test oder die Kombination von 50-Tage Test und Sportprüfungen.
Für die Hengste, die zum Ende des Jahres 2015 ihre HLP noch nicht vollständig abgeschlossen haben, werden entsprechende Übergangslösungen angeboten. Diese können im Einzelnen beim Westfälischen Pferdestammbuch (Katrin Tosberg: Tel. 0251-3280957) erfragt oder auf der Homepage unter www.westfalenpferde.de nachgelesen werden.